Medizinische Schwerpunkte

Unser umfangreiches Leistungsspektrum

Die Klinik für Urologie und Urologische Onkologie bietet unter der Leitung von Chefarzt Dr. Ousman Doh das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Behandlung urologischer Erkrankungen einschließlich der rekonstruktiven Urologie an.

Schwerpunkte werden dabei unter anderem auf die urologische Tumorchirurgie, die potenzerhaltende radikale Prostatektomie, die laparoskopische und offene Nierenchirurgie, auf die endoskopischen Operationsverfahren sowie auf die moderne Steintherapie und Laseroperationen der Prostata gelegt. Die Operationen werden stationär oder ambulant durchgeführt. Bei Bedarf arbeiten die Spezialisten der Urologie mit den Experten aus den Kliniken für Gynäkologie und Chirurgie der Regio Kliniken zusammen.

Zu unserem Behandlungsspektrum gehören u.a.:

  • Prostatakarzinom
  • Blasenkarzinom
  • Nierenzellkarzinom
  • Nierenbecken- und Harnleiterkarzinom
  • Hodenkarzinom
  • Peniskarzinom
  • Steinerkrankungen
  • Gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie)
  • Harnröhrenerkrankungen
  • Harninkontinenz bei Frauen und Männern
  • Urogynäkologie
  • Erektile Dysfunktion (Potenzstörungen beim Mann)
  • Urologische Notfälle
  • Chemotherapien aller urologischer Tumorerkrankungen (ambulant und stationär)

Unsere operativen Schwerpunkte liegen bei:

  • Radikaloperationen von Prostata- , Blasen-, Nieren-, Harnleiter-, Penis- und sowie Hodentumoren
  • Potenzerhaltende radikale Prostatektomie mit mikrochirurgischen Techniken
  • Kontinente u. inkontinente Harnableitungen nach Zystektomie (Neoblase, Mainz-  Pouch I und II,  Ileum- und Kolon-Conduit)
  • Laser-Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung (Laser-Prostataenukleation)
  • Transurethrale Resektionen der Prostata (mono- und bipolare Schlingen)
  • Transurethrale Resektionen der Blase (fluoreszenz-gestüzt, z. B. Hexvix®)
  • Offene und laparoskopische organerhaltende Nierentumorchirurgie (Nierenteilresektion)
  • Laparoskopische Nierenentfernung, Nierenbeckenplastik, Varikozelenverschluss
  • Primäre und sekundäre retroperitoneale Lymphadenektomie bei Hodentumoren
  • Harnröhrenchirurgie bei Harnröhrenverengungen (Rekonstruktion mit Mundschleimhaut, Mesh-Graft Urethroplastik)
  • Uroprothetik: Penisprothese, künstliche Schließmuskel bei Frauen und Männern, Bandimplantationen
  • Behandlung der weiblichen Inkontinenz: Vordere und hintere Kolporrhaphie, Blasenhebung, Sakropexie
  • Endoskopische Steintherapie: Ureterorenoskopie (starr und flexibel, mit Steinlaserung)
  • Perkutane Steintherapie (PNL und „Tubeless“ Mini-PNL)
  • Stoßwellentherapie von Nieren- und Harnleitersteinen (ESWL)
  • LDR-Brachytherapie (Seed-Implantation)
Prostatakrebs

Die Therapie des Prostatakarzinoms erfolgt in unserer Klinik stadiengerecht entsprechend der neuen S3 Leitlinie.Das Prostatakarzinom ist neben dem Lungenkrebs der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Im Gegensatz zu vielen anderen bösartigen Erkrankungen nehmen gut differenzierte Prostatakarzinome oft auch ohne Behandlung einen über viele Jahre günstigen Verlauf. Da überwiegend ältere Patienten von diesem Tumor betroffen sind, ist eine Operation oder Strahlentherapie nicht in jedem Fall erforderlich. Jedoch können aggressive, feingeweblich, schlecht differenzierte Prostatakarzinome innerhalb von kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.

Gutartige Prostatavergrößerung

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata.

Die Lasertherapie (ThuLEP: Thulium-Laser-Enukleation der Prostata oder HoLEP: Holmium-Laser-Enukleation der Prostata) stellt ein modernes minimalinvasives OP-Verfahren zur operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) sämtlicher Größen dar.

OP-Technik

Das Thulium-Laser-Verfahren ist die gleichzeitige

  • Enukleation (Ausschälung) und Koagulation (Blutstillung) von erkranktem Prostatagewebe durch die Harnröhre mit Hilfe der Laserfaser und anschließender
  • Morcellation (Zerkleinerung und Absaugung) des Präparates (ausgeschältes Gewebe) aus der Harnröhre zur histologischen Begutachtung.                              

Vorteile der Lasertherapie bei BPH

  • Minimalinvasiv, endoskopisch: kein Hautschnitt, egal wie groß die Prostata ist
  • Unabhängig von der Prostata-Größe, Lasertherapie bei Drüsen über 250 g (ccm) möglich
  • Kein TUR-Syndrom aufgrund der physiologischen Spüllösung (Aqua dest. oder NaCl-Lösung) während des Eingriffs
  • Kurze Katheter-Verweildauer (1-3 Tage je nach Prostatagröße)
  • Kurzer Krankenhaus-Aufenthalt (2-4 Tage)
  • Weniger perioperative Blutungen, einsetzbar auch bei Hoch-Risiko-Patienten (Patienten unter antikoagulativ-medikamentöser Therapie, sogenannten Blutverdünnern, wie z.B. ASS, Plavix, Marcumar etc.)

Histologische Gewinnung

90-95% des vergrößerten Gewebes werden entfernt und zur pathologischen Aufarbeitung versandt, d.h. dass das gesamte entfernte Präparat vom Pathologen fein-geweblich (histologisch) auf mögliche Krebszellen untersucht wird.

Post-Operative Verhaltensmaßnahmen nach der Entlassung                               

  • 1-2 Wochen nach der Operation kann es zu einem Ablösen der „Wundkruste“ (Koagel) kommen. Dies sollte nach ausreichender Trinkmenge von selbst aufhören.
  • Vermeiden Sie körperliche Belastung (starke Anstrengungen, Sport, schweres Heben) für mind. 2-4 Wochen.
  • Vermeiden Sie Fahrradfahren, Saunagänge und heiße Bäder für ca. 6 Wochen nach dem Eingriff.
  • Häufiges, teilweise unkontrolliertes Wasserlassen kann bis ca. 6 Wochen nach OP auftreten. Diese Beschwerden können durch Medikamente von Ihrem Urologen verringert werden.
  • Bei Fieber oder starken Blutbeimengungen im Urin kontaktieren Sie Ihren Urologen oder melden sich bei uns unter 04121-798-516.
Harnsteine

Seit Einführung der Zystoskopie durch Maximillian Nitze (1877) in die Urologie, hat das Fachgebiet eine rasche, interessante Entwicklung zur diagnostischen und therapeutischen Nutzung minimal-invasiver Techniken genommen. Beim Harnsteinleiden, das mit einer jährlichen Inzidenz des ersten Steines von 0,5 Prozent in Deutschland verbunden ist, haben diese minimal-invasiven Techniken einen besonders hohen Stellenwert vor dem Hintergrund einer hohen Harnstein-Rezidivrate.

Blasentumor

Drei Prozent aller bösartigen Tumoren sind Harnblasenkarzinome. In etwa 90-95 Prozent handelt es sich um ein Urothelkarzinom. 70 Prozent der Patienten kommen initial mit einem oberflächlichen Tumor (Ta, Tis, T1) zur Untersuchung, während 30 Prozent bei Diagnosestellung einen bereits in die Muskulatur vorgewachsenen (T2-T4) Tumor haben. Da das oberflächliche Blasenkarzinom überwiegend organerhaltend behandelt wird und eine Metastasierung selten ist, steht die Diagnostik des lokalen Tumors im Vordergrund. Anders verhält es sich bei muskelinvasiven Tumoren: hier ist die Frage der Organüberschreitung und Metastasierung für den Behandlungsplan von Bedeutung. Die typischen Symptome für das Harnblasenkarzinom sind die schmerzlose Makrohämaturie oder, wenn auch seltener, eine irritative Miktion. Als Risikofaktoren sind neben Tabakkonsum verschiedene Chemikalien bekannt.

Nierentumor

Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste urologische Tumor. Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen. Meistens wird der Tumor im Alter zwischen 40 und 60 Jahren entdeckt und nur noch wenige Patienten weisen die klassischen Symptome auf wie Blut im Urin, Flankenschmerzen, eine tastbare Geschwulst im Oberbauch, oder Veränderungen der Blutwerte, die dann zur Diagnose eines Nierentumors führen. Die meisten Nierentumoren werden heute zufällig bei Ultraschalluntersuchungen oder in der Computertomographie entdeckt, die oft aus ganz anderen Gründen durchgeführt werden.