Zu den Inhalten springen
07.11.2017
, Pinneberg
Entwickler der Uniportalen Videochirurgie operiert im Regio Klinikum Pinneberg
Fortbildung mit spanischem Top-Chirurgen Dr. Diego Gonzáles-Rivas

Dr. Diego Gonzáles-Rivas während einer der beiden Lungenoperationen gemeinsam mit dem Leiter der Thoraxchirurgie am Regio Klinikum Pinneberg.

Der spanische Thoraxchirurg Dr. Diego Gonzáles-Rivas hat eine Methode entwickelt, mit der selbst komplexe Operationen an der Lunge durch einen gerademal drei bis vier Zentimeter großen Schnitt vorgenommen werden können. Gestern hat der Experte im Regio Klinikum Pinneberg zwei Patienten mithilfe der Uniportalen Videoassistierte Thoraskopie (VATS) operieren.

Dr. Diego Gonzáles-Rivas ist ein viel gefragter Mann. Seit er vor einigen Jahren die so genannte Uniportale Videoassistierte Thoraskopie entwickelt hatte, ist der Chirurg aus dem nordspanischen A Coruna in der gesamten Welt unterwegs, um andere Mediziner in der Anwendung der extrem schonenden Operationsmethode auszubilden.

Gestern hat Dr. Gonzáles-Rivas im Regio Klinikum Pinneberg Station gemacht. Gemeinsam mit dem dortigen Leiter der Thoraxchirurgie, Dr. Hamid-Reza Mahoozi, hat er zwei 81 Jahre alte Patienten an der Lunge operiert. Beide Eingriffe wurden im Rahmen einer Medizinerfortbildung live in einen Konferenzraum des Krankenhauses übertragen, in dem Spezialisten aus ganz Deutschland die Operation verfolgten. Bei dem einen Patienten galt es, eine Lungenmetastase zu entfernen, bei dem anderen Mann musste aufgrund einer Krebserkrankung ein Lungenlappen entnommen werden.

Für die Behandlung derart schwerer Lungenerkrankungen waren früher ein bis zu 20 bis 25 Zentimeter großer Schnitt und die Entfernung einer Rippe notwendig. Entsprechend risikoreich war die OP. Weil bei der offenen OP viele Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, hatten die Patienten oft wochenlang starke Schmerzen. Außerdem war die Komplikationsrate durch Blutverlust und andere Umstände hoch.

"Mir gefiel es nicht, dass die Patienten so starke Schmerzen haben mussten und habe daher nach neuen Operationsmethoden gesucht", beschreibt Dr. Diego Gonzáles-Rivas seinen Antrieb zur Entwicklung der Uniportalen VATS.

In den USA wurde er fündig. Als junger Arzt lernte der Spanier in den Vereinigten Staaten die Videoassistierten Thoraskopie (VATS). Mit der Methode können viele Operationen an der Lunge bereits deutlich schonender vorgenommen werden. Standardmäßig sind aber immer noch mindesten drei Schnitte notwendig, um die Instrumente und Kamera in den Körper einzuführen.

Für Dr. Diego Gonzáles-Rivas noch zu viele, also schloss er sich einem US-Mediziner an, der durch zwei Schnitte operierte und beschrieb dann selber 2010 in einem Fachartikel, dass ein drei bis vier Zentimeter großer Schnitt vollkommen ausreichend ist, um selbst bei komplexen Operationen sämtliche Bereiche der Lunge zu erreichen und zu entfernen. Mit der Entwicklung der Uniportalen VATS revolutionierte der 43-Jährige Spanier die Methode. Und schaffte es, die Schmerzen für die Patienten weiter zu reduzieren.

Doch für Dr. Diego Gonzáles-Rivas ist sein OP-Verfahren noch nicht das Ende der Entwicklung. "Wir müssen uns als Chirurgen immer weiterentwickeln", erklärte Dr. Gonzáles-Rivas und präsentierte den Teilnehmern der Fortbildungen Ideen für kabellose Kameras und magnetisch geführte Instrumente, die Chirurgen in Zukunft die Arbeit bei Operationen an der Lunge weiter erleichtern könnten.

Der Leiter der Pinneberger Thoraxchirurgie, Dr. Hamid-Reza Mahoozi, ist ein Schüler von Dr. Gonzáles-Rivas. Er hat die Uniportale VATS bei dem Spanier gelernt und wendet sie seit Juli in Pinneberg an. Damit sind die Regio Kliniken das einzige Krankenhaus im Norden, das diese Methode als Standard seinen Patienten anbietet. 42 Patienten haben davon in den vergangenen vier Monaten bereits profitiert.

"Patienten, die wir mit der Uniportalen VATS operieren, können bereits nach einem Tag auf die Normalstation verlegt und nach drei bis vier Tagen nach Hause entlassen werden. Die Schmerzen sind minimal und das Risiko einer Wundinfektion gering", beschreibt Dr. Mahoozi die Vorzüge dieses besonders schonenden Operationsverfahrens.

Für ihn und den Chefarzt der Abteilung, Dr. Hamid Mofid, ist es eine große Ehre, dass der Entwickler der Methode jetzt zu ihm nach Pinneberg gekommen ist, um sein Wissen an andere Kollegen weiterzugeben. Die Weitergabe seines Wissens ist die Mission von Dr. Diego Gonzáles-Rivas. Für die hat er in Abwandlung einer berühmten Aussage von Winston Churchill auch eine eigene Überschrift. Unter dem Motto "Keep calm and think Uniportal" reist der Spanier um die ganze Welt.

Bereits morgen startet sein Flugzeug von Hamburg aus in Richtung Shanghai. Am dortigen Zentrum für Lungenmedizin leitet Dr. Diego Gonáles-Rivas ein Projekt zur Video-chirurgie. Sein Verfahren ist im Reich der Mitte besonders gefragt. Denn in Folge der starken Luftverschmutzung und eines hohen Tabakkonsums leiden viele Chinesen unter schweren Atemwegserkrankungen. Alleine am Lungenzentrum Shanghai werden daher 50 Uniportale VATS durchgeführt - am Tag.

Kontakt

Sebastian Kimstädt
Leiter Unternehmenskommunikation /
Pressesprecher

Tel.: 04121 798 9875
Mobil: 0162 241 05 70
E-Mail: presse-regiokliniken@sana.de
www.regiokliniken.de