Mit der Etablierung der Hand- und Fußchirurgie, der Unfallchirurgie sowie der Neurochirurgie haben die Regio Kliniken am Regio Klinikum Elmshorn die bisherige Allgemein- und Viszeralchirurgie zu einem chirurgischen Zentrum erweitert. Damit kann das Regio Klinikum Elmshorn zukünftig alle Notfälle über 24 Stunden betreuen. Dies betrifft auch so genannte Polytraumen, also schwerverletzte Patienten mit Verletzungen in verschiedenen Körperregionen. Damit ist eine wohnortnahe Versorgung auch schwerstkranker Patienten zukünftig gewährleistet.
Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie leitet Chefarzt Privat-Dozent Dr. med. Ernst Thies, „Vater der Chirurgie“ am Klinikum Elmshorn. Neben allgemeinchirurgischen Eingriffen behandelt er Erkrankungen der in den großen Körperhöhlen Brust, Bauch und Becken liegenden Organe.
Der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Dr. Martin Wurm, wechselte vom Berufsgenossenschaftlichen Krankenhaus Hamburg (Boberg) an das Regio Klinikum Elmshorn. In den letzten zehn Jahren behandelte er als operativ tätiger Oberarzt des Hamburger Krankenhauses der Maximalversorgung schwerstverletzte Patienten. Den Patienten steht mit ihm ein Facharzt für die Behandlung auch hoch komplizierter Brüche von Knochen und Gelenken oder von Verrenkungen zur Verfügung. Sein Leistungsspektrum umfasst darüber hinausgehend u. a. auch die Behandlung von Knochen- und Gelenkinfektionen, Knorpeldefekten oder die Heilung mit intelligenten Transplantaten.
Der Chefarzt der Hand- und Fußchirurgie, Marc-Philipp Muhl, ist seit dem 1. April für das Regio Klinikum Elmshorn tätig. Er behandelt alle Hand- und Fußverletzungen. Dies beinhaltet auch die Behandlung von Fehlbildungen oder eine konservative Behandlung, wie es zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen erforderlich ist. Lediglich die Durchführung von Replantationen, d.h. die Wiederanpflanzung und operative Versorgung einer frischen Amputationsverletzung mit dem Ziel, die abgetrennten Körperteile wieder funktionsfähig mit dem Körper zu verbinden, können am Regio Klinikum Elmshorn nicht durchgeführt werden. Seit dem 1. April des Jahres wurden rund 350 Operationen aller Schwierigkeitsgrade in der Klinik für Hand- und Fußchirurgie durchgeführt – eine Zahl, die für den Zeitraum eines Jahres geplant war.
Dr. Hartmut Gumprecht komplettiert das chirurgische Angebot am Standort mit der kostenintensiven und medizintechnisch sehr anspruchsvollen Neurochirurgie. Wirbelsäulenerkrankungen und Erkrankungen des peripheren Nervensystems, also des Teils des Nervensystems, das außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks gelegen ist, bilden seinen Spezialbereich. Dazu gehört neben Operationen der Wirbelsäule die Behandlung von Erkrankungen der Hirnnerven, von Nerven aus dem Rückenmark oder Nerven in der Wand von Inneren Organen.
Mit den neuen Angeboten haben die Patienten Zugriff auf eine umfassende wohnortnahe chirurgische Versorgung. Das interdisziplinäre Zentrum stellt sicher, dass die Behandlung eines Patienten mit verschiedenen Erkrankungen aus einer Hand erfolgt. Das neue Angebot sichert aber auch die medizinische Versorgung von Unfallpatienten innerhalb der von Unfallärzten geforderten 90 Minuten.
Mit der Erweiterung des chirurgischen Spektrums am Standort Elmshorn verbessert sich auch die Qualität der Ausbildung für den medizinischen Nachwuchs erheblich. Die Regio Kliniken, die mit den Standorten Elmshorn, Pinneberg und Wedel akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf sind, verfügen für alle Teilbereiche über Weiterbildungsberechtigungen. Auch die Kliniken selber profitieren von der Einrichtung, denn heute ist die Spezialisierung auf dem Arbeitsmarkt ein Wettbewerbsvorteil. In Zeiten, in denen es sehr schwierig ist, Nachwuchs zu finden, können gute junge Mediziner auf diesem Weg für die Klinik gewonnen und längerfristig an sie gebunden werden.