Menschen lehnen auf Grund ihres Glaubens Bluttransfusionen ab. Ein Arzt steht vor der schweren Entscheidung, ob er lebenserhaltende Maßnahmen eines im Koma liegenden Patienten abbrechen soll. Dies sind – in ihrer Schwere zugegebenermaßen seltenere – Fälle, mit denen Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten, täglich konfrontiert werden können. Es sind schwierige Entscheidungen, die im Ergebnis zu moralisch unterschiedlichen Bewertungen und damit auch zu moralisch-ethischen Konflikten führen können. Es sind Entscheidungen, vor denen ein Arzt oder eine Pflegekraft nicht alleine stehen soll.
Aus diesem Grund haben die Regio Kliniken sich entschieden, einen Ethikrat zu gründen.
Im September 2008 fand in den Räumen der Geschäftsführung die Gründungssitzung des ersten Ethikrates der Regio Kliniken statt. Ethische Probleme, die sich bei der Behandlung, Pflege und Versorgung eines Patienten der Regio Kliniken ergeben können, werden künftig nach Anrufung des Ethikrates - auf Wunsch unter besonderer Vertraulichkeit - bearbeitet. Auch ethische Fallkonsile sind möglich und vorgesehen. Am Ende seiner Beratung gibt der Ethikrat eine Handlungsempfehlung an die anfragenden Personen.
Der Ethikrat der Regio Kliniken ist ein klinikübergreifendes Gremium, das sowohl allen Mitarbeitern, als auch allen Patienten und deren Angehörigen in konkreten ethischen und moralischen Fragestellungen zur Seite steht.
Die Mitglieder des Rates kommen aus den verschiedenen Berufsgruppen der Regio Kliniken. Mitarbeiter der Seelsorge und ein Jurist unterstützen ebenfalls die Arbeit des Ethikrates. Die niedergelassenen Ärzte und die Belegärzte der Kliniken werden ebenfalls jeweils von einem Mitglied vertreten.
Die Geschäftsführung hat die Mitglieder des Ethikrates zunächst für die Dauer von vier Jahren berufen. Der Rat ist dennoch eine ständige Einrichtung der Regio Kliniken. Er ist ein Forum für schwierige und möglicherweise kontroverse moralische Entscheidungen. Die Mitglieder des Rates sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden, sie sind nur ihrem Gewissen verantwortlich. Der Ethikrat gibt Hilfestellung in ethisch-moralischen Konfliktsituationen und trägt zu einer an ethischen Wertmaßstäben orientierten Unternehmenskultur bei.
Als erster Vorsitzender des Rates wurde Herr Dr. Schulze aus dem Klinikum Elmshorn gewählt, den 2. Vorsitz hat Frau Peckmann - Weidlich aus dem Klinikum Pinneberg übernommen.
Erste Ansprechpartnerin und Koordinatorin des Rates ist Frau Reimers im Klinikum Wedel unter der Telefonnummer 04103 / 962 - 839.